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Wanderung – Erklimmen vom Berg Omoshiro-yama (1264 m)

Wanderung – Erklimmen vom Berg Omoshiro-yama (1264 m)
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Ausblick vom Omoshiro-yama
In der Präfektur Yamagata bestieg ich den 1264,4 m hohen Berg Omoshiro-yama und wanderte entlang der Schlucht vom Bahnhof Omoshiroyama-Kōgen nach Yamadera. Vom Gipfel ergibt sich bei schönem Wetter eine großartige Aussicht und auch die Schlucht bietet einige Wasserfälle und klares Wasser.

Inhaltsverzeichnis

Am 20. Mai fand eine Tageskonferenz mit allen JETlern (46 ALTs, 5 CIRs und mir als SEA) der Präfektur Miyagi statt. Zum einen ging es für alle JETler, die ihren Vertrag beenden, um organisatorische Dinge, welche mit der Verabschiedung aus Japan einhergehen. Zum anderen gab es die Möglichkeit sich gegenseitig auszutauschen und bei einem Gastvortrag von Professor Wataru Suzuki der Miyagi University of Education mehr über das neue Lehrbuch für Grundschüler und die Umsetzung der Sprachlernziele in Englisch zu erfahren.

Da ich am Dienstag frei hatte, übernachtete ich in Sendai und unternahm am nächsten Tag einen Ausflug in die Umgebung. Von einem Bekannten hatte ich den Pfad entlang der Omoshiroyama Schlucht (面白山紅葉川渓谷) empfohlen bekommen. Ich wollte etwas mehr Herausforderung und gleichzeitig Vorbereitung für meine Wanderung auf den Fuji-san. Deshalb plante ich ebenso den Gipfel des nahegelegenen Bergs Omoshiro-yama (北面白山, nördliche Spitze des weißen Bergs) zu erklimmen.

Vorteilhaft ist der Zuganschluss von Sendai und Yamagata

Mit der JR Senzan Line ging es von Sendai Station in Richtung Yamagata. Nahe der Omoshiroyama-Kōgen Station (面白山高原駅) befinden sich der Ausgangspunkt des Wanderpfades für die Schucht (nach der Brücke links) und für den Kamoshika Pfad (かもしかコース), dem direkten Weg zum Gipfel (15 m nach der Brücke rechts).

Nach dem Verlassen des Bahnhofs ist eine Wanderkarte zu finden, neben welcher der Hinweis hängt, dass es in der Region Affen gibt, welche einen möglicherweise angreifen und diese nicht fotografiert werden sollen. Ebenso soll vor dem Aufstieg die örtliche Polizei oder die Unterkunft informiert werden. Da weit und breit kein Gasthof oder ein Koban (kleine japanische Polizeistation) zu sehen war, informierte ich eine Bekannte über meinen Plan.

Wanderung auf den Gipfel des Bergs Omoshiro-yama

Am Beginn ging es rund 70 m durch ein Flussbett, bevor der erste steile Anstieg zur rechten Seite folgte. Von dort an war der Pfad gut erkennbar am Boden oder rosa Schleifen in den Bäumen sowie an Gablungen mit Schildern markiert. Der Weg führt überwiegend durch Mischwald und ich machte regelmäßig halt, um die Fauna zu bestimmen. Dabei traf ich neben mir aus Deutschland bekannten auch auf japanische Arten: Iris bzw. Schwertlilie, Koreanischer Fächerahorn, Japanischen Ahorn, acer distylum (eine Ahorn Art), Buche, Japanischer Kuchenbaum (das Laub soll im Herbst nach Gebäck und Lebkuchen riechen), Mongolische Eiche, Kiefer, Bambus, Farne und einige mehr.

Immer wieder ergaben sich durch das Laub hindurch erste Ausblicke. Nach zwei Stunden erreichte ich die erste freie Sicht und nach 2 h 40 min den Gipfel. Der Höhenunterschied beträgt 770 m auf einer Strecke von 3,6 km je Richtung, um den Gipfel bei 1264,4 m zu erreichen. Auf dem Gipfel gibt es ein buddhistisches Steinmonument für Omoshiyama Daigongen und einer kleinen Schatulle zum Beten und Spenden (die 5 Yen Münzen werden hierfür verendet).

Ich hatte Glück mit einem klaren Himmel und konnte bis nach Sendai und zum Pazifischen Ozean blicken, wo die große weiße buddhistische Statue Daikannon prominent sichtbar war. Diese ist mit 92 m bzw. 100 m inklusiv Sockel, die größte Göttin-Statue in Japan und im Jahr 2023 die achtgrößte der Welt.

Wanderung entlang der Schlucht nach Yamadera

Nach dem ich ein bisschen die Aussicht genossen hatte und mich gestärkt habe, folgte der eineinhalbstündig Abstieg. Unten angekommen wanderte ich 9 km (70 m bergauf und 270 m bergab) bis zum nächsten Bahnhof Yamadera. Der erste Teil führte unmittelbar entlang einer Schlucht mit mehreren Brücken deren Konstruktion ich etwas Vertrauen entgegenbringen musste und es gibt mehrere Wasserfälle zu bestaunen.

Abgesehen von einem Angler an der Wanderkarte, welcher mir eine angenehme Wanderung wünschte, kam mir nur ein Japaner beim Besteigen des Bergs entgegen. Von den Affen habe ich ein einziges Mal Kot gesehen. Den Aufstieg habe ich wohl etwas zu sportlich genommen und am nächsten Tag meine Oberschenkel gespürt.

Empfehlungen zum Schluss

Aufgrund der Höhe kann die Temperatur 5-10 °C kühler sein. Ebenso ist das Wetter in den Bergen wechselhaft und es sollte entsprechende Kleidung eingepackt werden. Obwohl es Mitte Mai und tagsüber 20-25°C im nächstgelegenen Ort angesagt waren, war ich froh Schal, Mütze und Handschuhe dabei gehabt zu haben. Das Wetter war klar aber etwas windig, obwohl die Bäume schützen. Der Weg ist ziemlich steil und es besteht die Gefahr abzurutschen, weshalb knöchelhohe Wanderschuhe und Wanderstöcke empfehlenswert sind. Bei Regen oder Schnee z.B. Regensaison oder im Winter sind einfach überziehbare Steigeisen für die Schuhe zu empfehlen.

Es wird empfohlen den Berg zwischen Mai und Mitte November zu besteigen. Weitere Routen siehe Foto der Karte oder hier. Im Ort Yamadera (wörtlich Bergtempel) gibt es den Risshakuji Temple, welcher ein beliebtes Ausflugsziel in Yamagata ist und über die Treppen leichter zu erklimmen als der Berg Omoshiroyama,

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2 Responses

  1. Lieber Markus
    Eine schöne Wanderung hast Du gemacht, die Kletterhortensie wächst auch auf meinem Balkon. in freier Natur sieht sie aber besser aus. Alles ist so üppig grün. Die Schlafkapseln sind beeindruckend. Ich könnte nicht darin schlafen oder müsste mir vorher reichlich Reiswein zu Gemüte führen.
    Es grüsst Dich herzlich aus Regensburg Brigitte

    1. Liebe Brigitte,

      Die Schlafkapseln sehen auf den Fotos vielleicht enger und kürzer aus als diese in echt sind. Je nach Unterkunft kann es unterschiedlich sein. Meine Kapselhotels waren bisher immer groß genug, sauber und ruhig.

      Viele Grüße
      Markus

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